ich

ich habe ein problem damit über mich selbst zu reden. es gibt natürlich einiges über mich zu erzählen. manchmal möchte ich darüber reden, manchmal nicht.

ich wurde mit einer bipolaren persönlichkeitsstörung und mittelgradig depressiven phase diagnostiziert. die „phase“ dauert allerdings schon ein paar jahre an. aber nicht immer. was heißt das?

manchmal mag ich es laut, aber die meiste zeit genieße ich die ruhe. ich will allein sein, aber gleichezeitig auch nicht. ich will raus in die welt, aber bin viel lieber zuhause und gehe nicht vor die tür. ich habe angst, gleichzeitig ist mir alles egal.

ich habe eine ausbildung zur fotografin gemacht. es hat spaß gemacht. irgendwann wurde es zur last. bis zu dem zeitpunkt, in dem ich nicht mal mehr eine kamera in die hand nehmen wollte. nicht vor abscheu oder faulheit. jeder griff zur kamera war mit negativen assoziationen gekoppelt. „die bilder sind eh nicht gut.“, „es interessiert sich eh niemand dafür.“, „ich weiß nicht mal was ich fotografieren soll.“, „warum kann ich auf bildern nicht das zum ausdruck bringen, was ich gerne zeigen möchte?“. das sind nur ein paar der gedanken, die in mir kreisen wenn ich an fotografie denke. es ist besser geworden. besser in dem sinne, dass ich mir kaum noch gedanken über fotografie mache. es ist schade, da es einmal ein hobby und mir sehr wichtig war. mittlerweile fotografiere ich wieder – aber äußerst selten. und wenn, dann nur für mich. selten bekommt diese bilder jemand zu sehen.

nach „der zeit der fotografie“ war ich eine zeit lang weitestgehend abgetaucht. ich war nicht mehr ich selbst. nur noch ein schatten. ohne auftrag, ohne lebenswillen. das leben und alles was es beinhaltet wurde mir gleichgültig. meine umwelt nahm mich wahr, aber ich meine umwelt nicht. eine zeit der therapie stand im haus. private therapiesitzungen, die mich nicht weiter brachten. therapeutenwechsel. weitere private sitzungen, die mich tief berührten und sehr anstrengend waren, mich aber trotzdem nicht weiter brachten. therapeutenwechsel bzw. gang zum neurologen. mir wurden tabletten verschrieben, die mir geholfen haben, aber die psyche nicht zum stillstand oder heilung brachten. was folgte waren aufenthalte in einer psychiatrischen einrichtung, noch mehr tabletten und ein weiterer versuch therapiesitzungen bei einem privaten therapeuten abzuhalten. die meiste zeit bin ich okay. die tabletten wurden abgesetzt und ich bin in der letzten therapiephase. ich möchte keine therapie mehr, aber gleichzeitig bräuchte ich sie manchmal. wenn es nur leichter für mich wäre, mit einem mir gegenüber sitzenden menschen über mich zu reden.

— wird noch vervollständigt irgendwann —