momentan fühle ich mich, als lebe ich in einer blase. ich bekomme alles mit, aber verschwommen und gedämmt. ich versuche meinen tag zu strukturieren und mir nicht zu viel vorzunehmen. wenn ich außer haus gehe, dann maximal 2 kurze unternehmungen. unter vielen menschen zu sein erscheint mir derzeit zu viel. ich fühle mich von allen angestarrt, ich mag es nicht wenn mich jemand ansieht. am liebsten würde ich mir meine mütze ganz tief ins gesicht ziehen, nach dem motto „wenn ich euch nicht sehe, seht ihr mich auch nicht“. am liebsten bin ich zuhause, aber auch da will ich nicht 24 stunden am tag sein. einen oder zwei tage geht das schon mal, aber dann zieht es mich raus. bin ich draußen, will ich wieder nach hause. es ist zum verrückt werden..

ich arbeite im tierschutz. moby hat den song den tieren und dem tierschutz gewidmet. für mich jeden tag ein absoluter motivationskick den song zu hören. ich liebe dieses lied und ich liebe es, meine zeit mit tieren zu verbringen.

manchmal ist der übergang von angst zu erleichterung so ekelhaft schnell. gerade eben noch hast du angst und weißt nicht, wie du dich verhalten sollst. hast angst irgendwo hin zu gehen oder irgendjemandem zu begegnen und dann plötzlich ist alles wieder gut. du willst raus in die welt, willst menschen treffen, willst spaß haben.
ich frage mich manchmal, ob „normal denkende“ menschen dieses problem auch haben, bzw. ob es sie auch so sehr beschäftigt?

ständige angst fehler zu machen. ständige angst die menschen in meinem umfeld zu enttäuschen. ständige angst mit meinem umfeld anzuecken. angst die eigene meinung kundzutun. angst ein selbstbewusstsein nach außen zu tragen. ideen über ideen, aber ich schaffe es nicht sie umzusetzen. sobald ich es versuche, erscheint mir die idee oder nur der versuch zu groß. ich scheitere und fühle mich noch unwohler. ich fühle mich eh schon unwohl. unwohl in meiner eigenen haut. dazu kommt die angst vor der zukunft. ständige angst vor der zukunft.

es gibt tage, da sehe ich nichts positives in meinem leben. außer meiner katzen. zu oft war ich kurz davor den negativen gedanken nach zu gehen, doch meine katzen halten mich davon ab. die liebe und verantwortung zu ihnen hält mich davon ab. meine lebensretter.

der heutige Tag ist wieder komplett anders als der gestrige. Gestern war ich stark. Heute bin ich nervös, komme nicht zur Ruhe. Ich muss mich zusammenreißen, habe gleichzeitig aber nicht mal den antrieb aufzustehen. Ich fühle mich allein, bin zeitgleich froh niemanden um mich zu haben.

Heute treiben mich die Zukunftsängste in den Wahnsinn. Angst vor der nahen Zukunft und Angst vor der mehr entfernt liegenden Zukunft. Was wird am heutigen Tag noch passieren, wie wird die kommende Arbeitswoche, werde ich in ein paar Wochen meine Miete zahlen können, werde ich mir im Sommer noch mein jetziges Zuhause leisten können wenn es teurer wird?

Heute möchte ich nur in einem abgedunkelten Raum im Bett liegen, niemanden sehen und hören und nur meine Katzen bei mir haben. Ich möchte eine Tüte mit Burgern von MC Donalds und die Stärke meine Ängste, Unsicherheit und die schlechten Gefühle nicht körperlich gegen mich selbst zu richten. 

es gibt lichte momente, in denen ich mich wohl fühle. jetzt in diesem moment. alles ist okay, ich fühle mich gut. und nur im bruchteil einer sekunde schwirren mal kurz gedanken an negative dinge in meinem kopf umher. aber jetzt in diesem moment schaffe ich es, sie wieder beiseite zu schieben. so schnell wie sie kommen, gehen sie auch wieder.

ich bin zuhause. habe lang ausgeschlafen und dann das versprechen an meine katzen, den balkon abzusichern damit sie wieder unbeaufsichtigt raus können, eingelöst. dann hat es mich überkommen und ich habe den kompletten balkon sauber gemacht und „schon mal“ für den frühling her gerichtet.

ich brauche etwas zu tun, mit für mich positiven ergebnis, damit ich nicht auf diese negativen gedanken komme. es war wunderschön zu sehen, wie die katzen, nachdem ich fertig war, den balkon neu für sich erkundet haben. sie haben sich sichtlich wohl gefühlt und ich mich dadurch auch.

es wäre so schön, wenn ich es immer schaffen würde.

es ist manchmal unerklärlich komisch. ich sitze in der badewanne und gedankenkreise ziehen mich in ihren schnellen strudel, aus dem es schwer erscheint wieder auszubrechen. mich irgendwo fest zu halten, damit der strudel an mir und ohne mich vorüber geht.

gedanken wie „ich bin 28 jahre alt, aber fühle mich wie 14.“ nicht vom naiven verhalten eines 14-jährigen menschen, sondern von der hilflosigkeit. hilflos im sinne von wie soll ich das alles allein schaffen? meine wohnung, meine tiere, mich.

ängste kommen plötzlich auf, dass ich in der kommenden zeit meine wohnung nicht mehr bezahlen könnte. dass ich meine geliebten tiere weggeben müsste. eigentlich gibt es gar keinen grund für gedanken dieser art. eines von ihnen läuft nichts ahnend an mir vorbei und mir steigen tränen in die augen. ein zweites meiner haarigen freunde setzt sich direkt vor mich, sieht mir tief in die augen und scheint zu ahnen, dass ich kurz wieder in eine andere welt abgedriftet bin. eine welt, die viel negativer ist als die, in der ich eigentlich lebe.

eigentlich ist alles okay. eigentlich. mir geht es gut. meinen tieren geht es gut. eigentlich scheint alles „normal“. außer in meinem kopf.